Amazon RDS: Preise und Abrechnungsmodelle AWS-Einsteigerworkshop - Teil 11

Amazon RDS verfügt über ein flexibles Preismodell. Wer viel Leistung benötigt (IOPS) zahlt aber auch entsprechend.

Amazon bietet mit RDS alle gän­gigen rela­tionalen Daten­banken als Cloud-Service an. Wie bei anderen Diensten rech­net AWS auch hier nach Ressourcen­verbrauch ab. Bei Daten­banken betrifft das nicht nur Rechen­leistung und den Speicher­verbrauch, sondern je nach Modell auch IOPS und über­tragenes Daten­volumen.

Das kostenlose AWS-Nutzungs­kontingent für Amazon RDS umfasst lediglich Single-AZ Micro DB-Instanzen mit MySQL, MariaDB, PostgreSQL, Oracle (mit dem Lizenzmodell Bring-Your-Own-License, BYOL) und SQL Server Express Edition.

Limits für den Free Tier

Enthalten sind dann 750 Instanz-Stunden pro Monat. Kunden bekommen außerdem kostenlos 20 GB SSD-General-Purpose-Datenbank­speicher und 20 GB Sicherungs­speicher pro Monat. Ansonsten hängen die Preise neben der gewählten Region vom Engine-Typ ab.

Wie bei EC2-Instanzen zahlt der Nutzer bei On-Demand-DB-Instanzen (auch Reserved Instances sind möglich) für die Rechen­kapazität pro Stunde. Das sind etwa für eine db.t2.medium-Instanz mit MySQL in Frankfurt 0,08 USD pro Stunde bei einer Single-Bereitstellung (also nur in einer Availability Zone (AZ)).

Kosten für SSD-Speicher

Zusätzlich zahlt man wie bei EC2 für den Daten­speicher. AWS bietet für jede DB-Instance-Klasse die Möglichkeit, zugewiesene Standard­speicher mit einer (SSD)-Kapazität von 20 GiB bis 16 TiB zu wählen. Dabei wird immer der Speicher in Rechnung gestellt, den der Kunde provisioniert. Allerdings fallen bei RDS mit Standard­speicher keine Gebühren für IO/-Vorgänge an.

AWS berechnet RDS nach Durchsatz und Speicherplatz. Die Kosten lassen sich schon beim Erstellen schätzen.

Standardspeicher (SSD) kostet zum Beispiel in Frankfurt 0,137 USD pro GB und Monat. Magnetische Festplatten sind günstiger, für den Betrieb von relationalen Daten­banken aber aufgrund der niedrigen IO-Kapazität nicht zu empfehlen. AWS bietet diese nur aus Gründen der Abwärts­kompa­tibilität an.

Replikate in mehreren Availability Zones

Bei einer Standby-Bereitstellung via Multi-AZ, welche die Daten­beständigkeit und -verfüg­barkeit verbessert, erzeugt RDS eine Standby-Replik in einer anderen Availability Zone, um bei einem geplanten oder ungeplanten Ausfall automatisch ein Failover durch­zuführen. Bei Multi-AZ kostet das GB/Monat in Frankfurt dann 0,273 USD.

Ein Maste-Slave-Setup mit synchronem Spiegel.

Provisioned IOPS und Backups

Mit dem Speicher-Typ Provisioned IOPS ermöglicht RDS dem Kunden ein explizites Angeben und Bereitstellen der I/O-Kapazität, welche die Datenbank benötigt. Die Modalitäten hängen auch hier im Einzelfall vom Typ der Datenbank-Engine ab. So unterstützt MySQL die Bereit­stellung und Skalierung zwischen 1.000 bis 40.000 E/As sowie 100 GiB und 16 TiB Speicher. Die maximal mögliche IO-Leistung pro Sekunde variiert je nach Verarbeitungs­last der Datenbank. Entscheidet sich der Kunden für Provisioned-IOPS-Speicher, dann stellt AWS ihm Durchsatz und Speicher in Rechnung, für die genutzten I/O-Vorgänge selbst fallen keine Gebühren an. In Frankfurt kostet bereit­gestellter Speicher zum Beispiel 0,149 USD pro GB und Monat und das Bereitstellen der IO/Sek-Rate 0,119 USD pro IOPS und Monat.

Hinzu kommen immer die Kosten für den Sicherungs­speicher, also die benötigte S3-Kapaität zur Aufnahme der auto­matisierten Datenbank­sicherungen oder vom Kunden selbst initiierter DB-Snapshots. Erhöht der Kunde zudem den Aufbewahrungs­zeitraum seiner Backups in der RDS-GUI oder erstellt zusätzliche DB-Snapshots, dann belegt seine Datenbank auch mehr Sicherungs­speicher.

Kosten für übertragenes Datenvolumen

Dazu addieren sich die Preise für die Daten­übertragung. Wie bei S3 sind hierbei sämtliche eingehenden Über­tragungen kostenlos. Ausgehende Daten­übertragung aus Amazon RDS in das Internet werden ab 1GB/Monat (darunter ist frei) gestaffelt berechnet beginnend ab 0,09 USD/GB.

Für die Datenübertragung zu anderen AWS-Regionen oder Diensten wie Cloudfront fallen ebenfalls zusätzliche Übertragungs­kosten an. Diese belaufen sich für die Übertragung von Frankfurt nach London 0,02 USD/GB.

Weitere Kosten entstehen zwangsläufig durch das Verwenden von Read-Replikas oder bei der Verwendung von AWS Aurora, einer kommerziellen DB-Engine, die von AWS selbst entwickelt wurde.

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